Was ist WingTjun? // Warum WingTjun? //
WingTjun Prinzipien // Unser Verband IWKA //
Wing Tjun Stammbaum // Wing Tjun Geschichte


Was ist Yip Man WingTjun?
Selbstverteidigung in effektiver und konsequenter Form
Das WingTjun System ist Selbstverteidigung in effektivster und konsequentester Form. Deine eigene körperliche Stärke oder vorherigen Fähigkeiten sind kein entscheidender Faktor in einer bedrohenden Situation. Die Jungen oder die physisch Schwachen sind immer die ersten Ziele der Angreifer.

JEDE Person ohne Selbstvertrauen kann sein Selbstbewusstsein und auch Fitness um 500% steigern. Im WingTjun Unterricht lernst du, die Kraft des Angreifers gegen den Angreifer zu nutzen, d.h. du "borgst" dir die Energie des Angreifers und verwendest sie wieder gegen ihn. Das WingTjun System ist eines der sehr wenigen Selbstverteidigungssysteme, welches dich für jede Phase eines Kampfes mit Füßen, Fäusten, Ellenbogen und Knien vorbereitet. Anstatt zurückzuziehen geht ein WingTjun´ler vor und attackiert ihn mit Kettentechniken und macht somit den Angriff unschädlich. Ein Angriff, kombiniert mit gut definierten Bewegungen, zwingt den Angreifer in eine hilflose Position.

Warum WingTjun (WT)?
WT ist von der Struktur her doppelt so schnell wie traditionelle Stile (Prinzip der Gleichzeitigkeit)

WT begegnet der Kraft des Gegners nicht mit eigener Kraft, sondern borgt die Kraft des Angreifers, um ihn zu besiegen.

WT entwickelt durch die Übung der "Klebenden Hände" das Gefühl in den Armen, sodaß der Fortgeschrittene auch im Dunkeln reflexartig sich selbst verteidigen kann.

WT lässt sich in verhältnismäßig kurzer Zeit erlernen, da es wenige Grundreflexe (gegenüber Grundtechniken in anderen Stilen) gibt, die aber unendlich kombinierbar sind.

WT erfordert keine besonderen Körperkräfte, da es ja von einer Frau erdacht wurde und auch keine besondere Gelenkigkeit (keine hohen Tritte) oder Akrobatik.

WT lässt sich aus oben genannten Gründen bis ins hohe Alter betreiben (ähnlich Tai Chi).

WT ist ein wissenschaftliches System, das dem Denkenden aufgrund der inne wohnenden Logik ähnliche Befriedigung schenkt wie etwa das Schachspiel. Im WT überlistet die Vernunft die rohe Kraft.

WingTjun Prinzipien
» WT-Prinzipien «
1.) Ist der Weg frei - stosse zu
2.) Hast Du Kontakt - bleibe kleben
3.) Ist der Gegner stärker - gebe nach
4.) Zieht der Gegner sich zurück - folge ihm

» WT-Kraftsätze «
1.) Befreie dich von Deiner eigenen Kraft
2.) Befreie dich von der Kraft des Gegners
3.) Nutze die Kraft des Gegners gegen ihn selbst
4.) Füge Deine eigene Kraft hinzu

» WT-Konzepte «
1.) Keilprinzip
2.) Prinzip der Gleichzeitigkeit (Arme & Beine)
3.) Die Abwehr ist gleichzeitig der Angriff
4.) Jede Bewegung ist ein Angriff
5.) Nutze die Kraft der Gelenke
6.) Beherrsche den Raum und die Distanz
7.) Richte die Bewegung immer zentral nach vorne

Die International WingTjun KungFu Association
Großmeister Sifu Sergio Iadarola
Founder of the IWKA


Dai-Sifu Sergio Iadarola startete seine Kampfkunstkarierre im alter von sechs Jahren mit Judo in Amsterdam (Holland). Mit 12 Jahren lernte er Pencak Silat, Pamur Stil. Während dieser Zeit war er auch ein großer Bruce Lee Fan und laß alles, was mit Bruce Lee zu tun hatte. Er nahm damals auch schon Briefkontakt mit einigen Schülern von Bruce Lee auf, wie z.B. mit James de Mille und Jesse Glover.
1987 begann er erstmals unter Sifu R. Vogel, ein Schüler von Großmeister Wan Kiu an, WingChun zu lernen. Nach zwei Monaten training laß er das Buch Wing Tsun Kuen von Großmeister Leung Ting (closed door Schüler vom verstorbenen Großmeiser Yip Man).Nachdem er das Buch gelesen hatte, verließ er die Schule von Sifu Vogel und suchte eine LeungTing WingTsun Schule auf.
Im selben Jahr fing er mit dem WingTsun Training unter Sifu F. Schäfer an. Wegen eines Autounfalls musste er schon nach einem Monat einige Zeit pausieren. Neun Monate später fing er dann wieder mit dem Training an. 1994 erhielt er in Deutschland von Sifu Kernspecht den 1. Techniker Grad im WingTsun.
In der Zeit von 1994-1998 reiste Dai-Sifu Sergio durch ganz Europa und nahm an vielen Lehrgängen von Sifu Emin Boztepe in Deutschland und Italien teil und nahm hunderte von Privatstunden von verschiedenen WingTsun Meistern, wie z.B. von Sifu H.P. Edel und Sifu S. Avci. Im Jahre 1998 wurde er zum Cheftrainier von Israel benannt. Während eines Asien Trips wurde ein Traum von Dai-Sifu Sergio zur Wirklichkeit. Er lernte Sigung Leung Ting kennen. Bevor er als Privatschüler von Großmeister Leung Ting aufgenommen wurde, flog er nach Zagreb zu Sifu Truntic um das komplette waffenlose WingTsun zu lernen, damit Großmeister Leung Ting ihn nur noch korriegieren sollte. Er nahm mehr als 100 Privatstunden von Großmeister Leung Ting im Zeitraum von Dezember 1996 (1996 - 1997 trainierte Sifu Sergio bei GM Leung Ting in der Ausbilderklasse in Hong Kong) bis Oktober 2001. Er wohnte längere Zeit in Hong Kong um das komplette waffenlose WingTsun System zu erlernen. Nach 2001 reiste er noch mit GM Leung Ting nach China und USA und begleitete ihn in vielen Seminaren.
Im November und December 2001 reiste Dai-Sifu Sergio nach New York und beendete die WingTsun Waffen: Die sogenannte "look dim poon kwun" (sechseinhalb punkt Langstocktechnik) und die "bart cham dao" (die Acht Wege der Doppelmesser) bei seinem Si-Pak Fong Wai Hung (Allan Fong). Er war einer der wenigen, die die "Bart Cham Dao von Sifu Fong lernen durfte. Nach dem Si-Pak Fong Dai-Sifu Sergios Fähigkeiten überprüfte, übergab Allan Fong Sifu Sergio Iadarola seinen eigenen 7.Meistergrad, den er damals von GM Leung Ting erhalten hatte. Im Jahre 2002 wurde die IWKA von Dai-Sifu Sergio und Si-Pak Fong Wai Hung gegründet.
Heute gehört Dai-Sifu Sergio Iadarola zu den bedeutensten WingTjun Meistern auf der Welt. Mit Über 8 Länder, die für und mit ihm zusammenarbeiten, ist Dai-Sifu heute der Großmeister der IWKA.

Die Meister des IWKA HQ Deutschland
Sifu Taner Erdogan und Sifu Graziano Di Giorgio


Graziano Di Giorgio und Taner Erdogan sind im Jahre 1974 im Tierkreiszeichen des Tigers geboren. Anfangs war Graziano ein begnadeter Fussballspieler. Während seiner Zeit bei den Stuttgarter Kickers fing er im Jahre 1992 mit WingTjun an. Er bemerkte schnell die effizienz dieser Kampfkunst. Doch sein Fussballtraining ermöglichte ihm sich nicht Intensiv mit WingTjun auseinander zu setzen. Erst 1995 fing er an, ernsthaft WingTjun zu betreiben. Zu dieser Zeit kam auch sein langjähriger Freund Taner Erdogan zum WingTjun.
Taner lernte anfangs Karate und Kickboxen. Auch er war nach dem erten WingTjun Training davon überzeugt, dass es nichts bessers geben kann. Die Logik und die Einfachheit der Bewegungen, machten das System zu einer genialen Kampfkunst. Gemeinsam begannen Sie jeden Tag zu trainieren, laßen unzählige Bücher und beschäftigten sich mit den Philosophien im WingTjun, um das System besser zu verstehen. Viermal die Woche Training und noch Privatunterricht, gehörten zum Alltag der beiden Kampfkünstler. Doch das war nicht genug!
Sie scheuten sich nicht, unzählige Kilometer zu verschiedenen Meistern zu fahren, um von erster Hand zu lernen. Im Jahre 2002 eröffneten die beiden ihre erste Schule in Rutesheim.
Sie suchten ständig nach weiteren WingTjun Meistern, um das System besser lernen zu können. So nahm Taner 2002 kontakt mit dem Cheftrainier der IWKA, Dai-Sifu Sergio Iadarola auf. Nachdem Taner und Graziano Dai-Sifu Sergio kennenlernten, war es für sie klar: Es war mit Abstand das Beste, was die beiden bisher gesehen hatten. Sie entschieden sich, zur IWKA zu wechseln. Seid daher lernen die beiden bei Dai-Sifu Sergio Iadarola in Amsterdam.
2004 erfüllten sich Taner und Graziano einen Traum: Sie eröffneten ganz nach dem Vorbild der Amsterdamer IWKA-Schule eine große WingTjun Schule in Leonberg.
Taner und Graziano sind weiterhin begeisterte Kampfkünstler, die WingTjun zu ihrem Leben gemacht haben. Sie unterrichten fünfmal die Woche mit Herz und Liebe! An dieser Stelle bedanken sich die beiden bei Ihren jetzigen und bisherigen Lehrern, für die Geduld und für das Wissen, was Ihnen vermittelt wurde.

Der Stammbaum (Family Tree) der IWKA
stammbaum_small Der Stammbaum der IWKA ist in vier Abschnitte unterteilt.

Der erste Abschnitt zeigt die Namen der Meister während der "Shaolin-Periode" in der WingTjun Halle.

Im zweiten Abschnitt wird die Zeit während der "Roten Dschunke" mit Wong Wah Bo beschrieben. Während dieser Zeit wird der Stammbaum in zwei Bereiche unterteilt:
In die Fung Siu Ching Linie
Yip Man Linie
Im dritten Abschnitt wird der Stammbaum von Fung Siu Ching in Fathsan gezeigt.

Im vierten und letzen Abschnitt kommt die Zeit in Hong Kong und im "Dai Duk Lan", dem Froschungszentrum von GM Wai Yan, GM Tang Yick, GM Chu Chung Man, GM Tam Kong und GM Lo Chi Woon.
Die Hellroten Kasten zeigen den Zusammenhang zum heutigen "Yip Man WingTjun".

Die Geschichte des WingTjun
Wing Tjun - von gestern bis heute!
Der Legende nach gelangte der buddhistische Mönch Bodhidharma im Jahre 520 n. Chr. aus Indien kommend in das dortige Kloster von Shaolin (Siu Lam). Bodhidharma entwickelte in der Auseinandersetzung mit den Fragen der Ganzheitlichkeit des menschlichen Seins, des Körperbewusstseins, des Umgangs mit Energie, Kraft und Aggressivität den Grundstock des WingTjun. Im Shaolin Kloster wurde eine spezielle Halle eingerichtet, in dem sich nur die ältesten Mönche über Jahrhunderte trafen, um ihr KungFu zu verfeinern und zu verbessern. Der Halle bekam den Namen WingTjun, was "ewiger Frühling" bedeutet.

Die Philosophie - Grund der Effektivität
Für die Shaolin Mönche stand das direkte Erleben der Wirklichkeit im Vordergrund. Ihre Philosophie des Chan-Buddhismus bedeutete eine Rückkehr zum Natürlichen und Einfachen. Dies stand oft im Gegensatz zu der Philosophie von Kampfstilen, die außerhalb des Tempels unterrichtet wurden. Diese bezogen sich oft auf Magie, Glauben oder Gehorsam vor der älteren Generation. Deshalb sammelten sich in der WingTjun Halle nur die Kampfkonzepte, die wirklich einfach und direkt funktionierten.

Shaolin Abt Chi Sim - Bewahrer der Kunst
Aufgrund von Verrat wurde der Shaolin Tempel im 18. Jahrhundert von den herrschenden Mächten zerstört. Der Shaolin Abt Chi Sim konnte mit einigen anderen Mönchen fliehen und arbeitet auf der "Roten Dschunke" unter falschem Namen als Koch. Die "Rote Dschunke" war das Schiff einer chinesischen Operntruppe, die von Stadt zu Stadt schipperte, um das Volk zu unterhalten.

Tiger Wong
Einer der brutalsten KungFu Kämpfer seiner Zeit, Tiger Wong, versuchte Schutzgeld von der Operntruppe zu erpressen. Er setzte ihr ein Ultimatum von einem Tag. Würden sie nach Ablauf dieser Zeit nicht bezahlen, würde er ihr Boot zerstören. Der Chef der Operntruppe, Wong Wah Bo und seine Truppe waren verzweifelt. Sie hatten kein Geld und darüber hinaus konnten sie sich nicht schützen, da sie kein "Kampf-Kung Fu" sondern nur "Opern-Kung Fu" beherrschten. Als das Ultimatum verstrichenen war, spürten die Mitglieder der "Roten Dschunke" schon ihr Ende nahen.

Der "verrückte" Koch
Doch plötzlich stellte sich, der in ihren Augen bisher etwas verrückte Koch, in Tiger Wongs Weg. Tiger Wong nahm den vermeintlichen Koch nicht ernst und versuchte diesen mit einer einfachen Tigerpranken-Technik am Hals zu fassen. Der "Koch" borgte die Kraft von Tiger Wong und brach ihm sofort zwei Finger. Außerdem riet er ihm, den Kampf zu beenden, weil Tiger Wong keine Chance hätte. Dieser war außer sich vor Zorn. Ein älterer, einfacher Koch blamierte ihn in aller Öffentlichkeit. Mit schnellen und brutalen Kettentechniken mit Armen und Beinen versuchte er den Koch zu besiegen. Doch dieser ließ Tiger Wong zunächst ins Leere laufen und fesselte plötzlich dessen Arme und Beine. Je mehr sich Tiger Wong bewegen wollte, umso mehr verletzte er sich durch die Techniken des Kochs. Tiger Wong merkte, dass er seinen Meister gefunden hatte und gab den Kampf auf.

Das lebenswichtige Geheimnis
Die Mitglieder der "Roten Dschunke" waren begeistert und wollten sofort von ihrem Koch das KungFu erlernen. Abt Chi Sim gab seine wahre Identität preis und war bereit, die Operntruppe zu unterrichten. Da er aber einer der am meisten verfolgten Menschen seiner Zeit war, mussten seine Schüler ihm versprechen, nie seinen Namen zu nennen. So wurden in dieser Zeit viele Legenden über das WingTjun gebildet um Meister Chi Sim zu schützen. Unter der Leitung von Wong Wah Bo, der Erbe des Systems wurde, wurden die ersten WingTjun Schüler auf der "Roten Dschunke" San Gam, Leung Yee Tai and Leung Lan Kwai unterrichtet. Nur die WingTjun Meister, die das ganze System von ihrem Meister erlernten, wurden über die wahren Begebenheiten aufgeklärt. Während der Ching Dynastie stellten oft seriöse männliche Künstler weibliche Rollen in Opernstücken dar. San Gam war ein exzellenter Künstler, der auf der einen Seite besonders weibliche Rollen in der Oper sehr gut spielte, aber auf der anderen Seite das WingTjun der "Roten Dschunke" bei Kämpfen am besten vertrat. San Gam war sein Beiname und bedeutet sinngemäß "schönes Gesicht".
Als San Gam eines Tages im südchinesischen Fatshan Opernkleidung für die "Rote Dschunke" besorgte, wurde er von dem jungen, rüpelhaften und jähzornigen Schneiderlehrling Fung Siu Ching verhöhnt und angegriffen. Der bullige Fung Siu Ching musste erst sieben Mal im Staub liegen bis er merkte, dass er diesem seltsam aussehenden Mann total unterlegen war. Fung Siu Ching wollte San Gam sofort den Tee reichen (chinesischer Kung Fu Brauch, um Schüler eines Meisters zu werden). Doch San Gam lehnte mit der Begründung ab, keine jähzornigen Menschen unterrichten zu wollen.
Nachdem sich Fung Siu Ching in einer einjährigen Probezeit bei San Gam bewährte, wurde er in die WingTjun Kuen Tradition aufgenommen. Er lernte zehn Jahre lang von San Gam. Darüber hinaus wurde Fung Siu Ching einer der berühmtesten WingTjun Meister des Landes.
Er konnte seinen ursprünglichen "Jähzorn" in unbändige Schaffensenergie für das WingTjun umwandeln.

Blütezeit des WingTjun KungFu
Meister Fung Siu Ching unterrichtete damals Schüler aus ganz China, Singapur, Thailand und aus Indonesien (auch heute gibt es noch viele asiatische WingTjun Schulen, die sich auf Meister Fung Siu Ching oder auf die "Rote Dschunke" beziehen). Er war einer der ersten hauptberuflichen WingTjun KungFu Meister. Unterrichtsgruppen leitete er tagsüber, zu den Nachtstunden und hatte zahlreiche Privatschüler.
Während der Ching Dynastie (1644 - 1911) waren nur größere Städte von der damaligen "Staatspolizei" gesichert. Kleinere Städte und Dörfer wurden von bekannten KungFu Meistern beschützt.
Meister Fung Siu Chings Meisterschüler bewachten viele Dörfer in Fatshan und Umgebung. Die Gebrüder Lo beispielsweise vertrieben nur mit ihren Schmetterlingsmessern und Säbeln bewaffnet ganze Räuberbanden. Einmal sollen die zwei Lo Brüder sogar zwanzig bewaffnete Räuber verjagt haben, ohne diese zu verletzen. Die Lo Brüder schnitten den Räubern nur die Kleider und Waffen vom Leib, sodass diese flüchteten. Ihr WingTjun KungFu "Bruder" Meister Tang Suen bekam von den Menschen der beschützten Dörfer den Ehrentitel "König des Langstocks", weil er sie auch vor größten Gefahren sicher mit dem Langstock beschützte.

GM Wai Yan
Wai Yan wurde am Anfang unseres Jahrhunderts als Sohn einer reichen chinesischen Familie in Hong Kong geboren. Durch seinen älteren Freund Lo Chiu Woon kam der junge Wai Yan des öfteren mit der Kampfkunst WingTjun in Berührung. Doch eigentlich wollte Wai Yan nichts von "KungFu" wissen, da er KungFu-Ausübende oft als gewalttätig und ungebildet erlebte. Wäre sein Freund Lo Chiu Woon (ein Nachkomme der Gebrüder Lo) nicht gleichzeitig WingTjun Meister und chinesischer Gelehrter gewesen, so hätte Wai Yan sicherlich keinen Kontakt zu ihm gehabt. Eines Tages fragte Lo Chiu Woon Wai Yan, ob dieser seinem jungen Sohn die Kunst des chinesischen Schreibens lehren würde (dies ist vergleichbar mit der Übernahme einer Patenschaft bei uns). Wai Yan willigte freudig ein, ohne sich der Folgen seines Versprechens gänzlich bewusst zu sein. Er hatte nun die Mitverantwortung für den jungen Lo. Dies bedeutete wiederum für Wai Yan, dass er auch das WingTjun KungFu beherrschen musste, das innerhalb der Familientradition der Lo Familie seit mehreren Generationen gepflegt wurde.
So begann Wai Yan - wenn auch eher unfreiwillig - etwa um 1930 WingTjun KungFu bei Lo Chiu Woon und dessen Bruder Lo Hong Tai zu erlernen. Wai Yans anfängliche Ablehnung gegenüber dem WingTjun wandelte sich in eine leidenschaftliche Begeisterung für diese Kampfkunst. Nachdem sich Wai Yan die WingTjun Meisterschaft erarbeitet hatte, initiierte er ein neues Projekt mit WingTjun, um die Kunst noch weiter auszufeilen. Meister Wai Yan baute eines seiner Geschäftshäuser namens "Dai Duk Lan" in eine WingTjun-Forschungsakademie um. Er wollte in dieser "Forschungsakademie" keine Schüler annehmen, sondern die besten noch lebenden WingTjun (Groß-)Meister seiner Zeit versammeln und vereinen. Diese sollten mit ihm dann in "Dai Duk Lan" das WingTjun fern jeglicher Geheimniskrämerei auf seine Effizienz hin überprüfen und perfektionieren.
Als Modell diente das ehemalige Kloster von Shaolin. Über mehr als tausend Jahre lang wurde in der WingTjun Halle auf diese Weise das Shaolin Kung Fu entwickelt und immer wieder überprüft.

GM Chu Chung Man
Nachdem Wai Yan von einem "unbesiegbaren" WingTjun Sifu namens Chu Chung Man gehört hatte, machte er sich sofort auf den Weg nach Macao. Dort angekommen schloss er durch einen Zweikampf Freundschaft mit Chu Chung Man. Dieser galt in Südchina als der bekannteste WingTjun Meister, da er immer alle Herausforderer mühelos besiegte und auch viele (Trainings-) Kontakte zu anderen Kung Fu Meistern pflegte. Chu Chung Man war so begeistert von Wai Yans Projekt, dass er nach "Dai Duk Lan" zog.

Tam Kong
Chu Chung Man kannte wiederum WingTjun Meister. Dieser spezialisierte sich auf Hebeln, Werfen und den Bodenkampf und konnte dort die meisten Gegner spielend besiegen, da viele KungFu Kämpfer dem Bodenkampf zu wenig Beachtung schenkten. Tam Kong schloss sich ebenfalls dem Projekt an.

Die Tang Familie
In Fatshan wurden die WingTjun Meisterschüler von Großmeister Tang Suen, Tang Yick und Pak Cheung, die "Könige" des Langstocks genannt. Sie vertrieben oft ganze Räuberbanden, nur mit ihrem Langstock oder ihren Schwertern bewaffnet. Meister Pak Cheung galt seit der Chinesischen Kulturrevolution als verschollen (1978 fand Sifu Cheng Kwong auf einem entlegenen Bauernhof in der Nähe Fatshans den alten Großmeister Pak Cheung).
Tang Yick konnte von Wai Yan in Hong Kong gefunden werden. Anfangs wollte Tang Yick sein Wissen nicht mit den anderen WingTjun Meistern teilen. Doch die Offenheit und die Herzlichkeit der anderen veränderte seine Gesinnung.

Die 5 Tiger des WingTjun Kung Fu
Mit Tang Yick war das Projekt auf 5 Mitglieder angestiegen: Wai Yan, Lo Chiu Woon, Chu Chung Man, Tam Kong und Tang Yick. Täglich kämpften, diskutierten und lebten die WingTjun Meister zusammen. Sie luden auch KungFu Meister anderer Stilrichtungen zum Erfahrungsaustausch ein.
Die 5 WingTjun Meister wurden von der chinesischen Bevölkerung ehrfurchtsvoll die 5 Tiger des WingTjun genannt. Das Projekt wurde von Wai Yan Chu Chung Man und Tang Yick zwanzig Jahre lang verfolgt. In dieser Zeit versuchten sie ihr erworbenes Wissen immer wieder in Frage zu stellen und die Kunst des Zweikampfs zu 100% zu entschlüsseln. Ihr Ergebnis war eine Evolution des WingTjun, das dem Lernenden noch mehr Sicherheit und Mühelosigkeit in seiner Selbstverteidigung ermöglicht. Anfang der 90´ger Jahren wurde das WingTjun "Mekka" Dai Duk Lan geschlossen: Großmeister Tang Yick unterrichtete mit der Asssistenz von Sifu Tang Chung Pak bis zu seinem Tod in der Playing Field Road, Großmeister Wai Yan unterrichtete nur noch seine Privatschüler darunter Sifu Cheng Kwong.

GM Sergio Iadarola
GM Sergio Iadarola, ist heute einer der wenigen, die direkt in China und HongKong lernen. Sein Sifu Cheng Kwong war 30 Jahre lang Schüler von GM Wai Yan. Ebenso pflegt Sifu Sergio Kontakt zu Meistern von der Tang Familie und zu GM Pak Cheungs Familie. Er reist zweimal im Jahr nach Hong Kong und China um sein Wissen zu erweitern und um die Kontakte zu pflegen. Sifu Taner Erdogan und Sifu Graziano Di Giorgio gehören zu den engsten Privatschülern von Sifu Sergio Iadarola. Sie begleiten ihren Sifu zu fast allen Lehrgängen und treffen sich jeden Monat für mehrere Tage, um von ihrem Sifu die Kunst des WingTjun KungFu zu erlernen.